Die ersten Wochen in der neuen Wohnung

Der Umzug ist geschafft. Zumindest die Schlepperei. In den ersten Wochen nach dem Umzug gibt es trotzdem noch einiges zu erledigen. Vor allem Organisatorisches und Papierkram: Beispielsweise den Wohnsitz ummelden sowie gegebenenfalls das Auto. Versicherungen, Banken und anderen Dienstleistern solltest du deine neue Adresse mitteilen. Und auch ein Blick auf den Stromanbieter oder den Stromtarif bietet sich jetzt an.

Den Wohnsitz ummelden

Ändert sich der Hauptwohnsitz, muss das innerhalb eines Monats beim jeweiligen Gemeindeamt gemeldet werden. Dafür gibt es in Österreich ein vorgefertigtes Meldeformular, das man sich vorab schon online herunterladen kann. Bei einer Mietwohnung muss auf dem Meldezettel auch der Vermieter unterschreiben.

Wichtig ist, dass für jedes Familienmitglied ein eigenes Formular ausgefüllt werden muss – auch für Kinder. Es reicht nicht, wenn sich nur die Eltern ummelden. Folgende Dokumente sind bei der Ummeldung erforderlich:

  • Ein Ausweisdokument, z.B. der Pass oder die Geburtsurkunde
  • Nachweise über akademische Titel
  • Bei einem Antrag ohne österreichische Staatsbürgerschaft das Reisedokument

 

Vergiss im Zuge der Ummeldung nicht, den bisherigen Wohnsitz bei der zuständigen Gemeinde abzumelden. Bei einem Umzug des Hauptwohnsitzes innerhalb Österreichs funktioniert das in der Regel automatisch mit der neuen Anmeldung des Wohnsitzes.

 

 

Das Kfz ummelden

Auch der Zulassungsschein des Autos oder Motorrads muss bei einer Änderung des Wohnsitzes unter Umständen umgemeldet werden. Nicht notwendig ist die Ummeldung bei einem Umzug innerhalb eines Bezirkes. Beim Umzug in einen anderen Bezirk muss der neue Hauptwohnsitz bei der jeweiligen Zulassungsstelle der Versicherung gemeldet werden. Dafür fallen Kosten an.

Zusätzliche Kosten entstehen, wenn ein neues Kennzeichen benötigt wird. Das ist vor allem dann der Fall, wenn für den Pkw ein Anwohner- Parkausweis benötigt wird. Diese Parkkarten werden in vielen Fällen nur dann herausgegeben, wenn der Hauptwohnsitz dort gemeldet und das Auto entsprechend registriert worden ist.

 

 

Versicherungen anpassen

Der Umzug in eine größere oder kleinere Wohnung ändert möglicherweise etwas an der Versicherungssumme deiner Hausratversicherung. Achte daher darauf, welche Versicherungssumme in deinem Vertrag steht und prüfe, ob die Versicherungssumme für die neue Wohnfläche ausreichend ist. Denn übersteigt der Wert des Hausrats die versicherte Summe, bist du im Schadensfall unterversichert. Dieser Fall kann mit einem sogenannten Schutz vor Unterversicherung umgangen werden. Der Umzug in eine größere oder kleinere Wohnung ändert möglicherweise etwas an der Versicherungssumme deiner Hausratversicherung. Achte daher darauf, welche Versicherungssumme in deinem Vertrag steht und prüfe, ob die Versicherungssumme für die neue Wohnfläche ausreichend ist. Denn übersteigt der Wert des Hausrats die versicherte Summe, bist du im Schadensfall unterversichert. Dieser Fall kann mit einem sogenannten Schutz vor Unterversicherung umgangen werden. Die Faustregel lautet, jeden Quadratmeter der Wohnung mit mindestens 650 Euro (bei einem Premiumschutz der VLV beispielsweise beträgt die Versicherungssumme € 1.300,00) zu versichern. Wende dich hier aber am besten an deinen Versicherungsberater und vergleiche die Angebote. Die Versicherung für eine größere Wohnung wird dadurch teurer, die Versicherung für eine kleinere Wohnung günstiger. Außerdem spielen bei den Versicherungskosten auch noch weitere Faktoren eine Rolle: beispielsweise der Wohnort oder der persönliche Lebensstil.. Prüfe auch andere Versicherungen: Falls eine Rechtschutzversicherung für die Wohnung besteht, könnte es auch hier zu Änderungen kommen. Beim Kauf eines Eigenheims muss dafür eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden.

 

 

Stromanbieter wechseln und Strom sparen

Der Umzug ist ein guter Zeitpunkt über einen Wechsel des Stromanbieters nachzudenken. Das musst du nicht schon aus der alten Wohnung heraus erledigen. Denn wenn kein Vertrag mit einem Stromanbieter besteht, fällst du in der Regel beim Grundversorger in den Grundtarif. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter kannst du deshalb auch erst in der neuen Wohnung angehen.

Ein Großteil der Haushalte wird aktuell vom Grundversorger mit Strom beliefert. Trotzdem kann es Sinn machen, den Anbieter oder zumindest den Tarif zu wechseln. Das Einspar-Potenzial liegt je nach Ort, Verbrauch, Anbieter und Tarif im bis zu dreistelligen Euro-Bereich pro Jahr.

Dabei musst du keine Angst haben, im Dunkeln zu sitzen, sollte der Anbieter-Wechsel nicht funktionieren. Denn kommt es beim Wechsel zu Schwierigkeiten, liefert immer der Grundversorger.

Im Internet lassen sich die verschiedenen Stromanbieter und Tarife schnell und einfach vergleichen. Dazu musst du die Postleitzahl, als auch den geschätzten Stromverbrauch eingeben. In der Regel kündigt der neue Anbieter bei einem Wechsel in deinem Namen den alten Vertrag. Du musst den beiden Anbietern lediglich den Zählerstand mitteilen.

Das einzige Hindernis beim Stromanbieter- Wechsel können bestimmte Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen sein. Kläre hier ab, ob es im Fall eines Umzugs Sonderkündigungsrechte gibt. Auch bei einer Erhöhung des Strompreises, meist zu Jahresbeginn, haben die Kunden meist Sonderkündigungsrechte, um schnell aus dem Vertrag herauszukommen.

Prüfe bei günstigen Angeboten die Laufzeiten. Unter Umständen sind dann die Laufzeiten länger. Auch ein Wechselbonus ist oft mit Vorsicht zu genießen, da sich die Preise später oft deutlich erhöhen. Meistens bringt ein Tarifwechsel beim Grundanbieter schon große Vorteile. Dieser Wechsel ist besonders einfach und risikoarm.

 

 

Wer sollte außerdem vom Umzug informiert werden?

Als Faustregel gilt: Jeder, mit dem du regelmäßige Geschäftsbeziehungen pflegst, sollte über die Adressänderung Bescheid wissen. Darunter fallen folgende Unternehmen und Institutionen:

  • Banken
  • Versicherungen
  • Finanzamt
  • Arbeitgeber
  • Krankenkassen
  • Mobilfunk-Anbieter
  • Vereine
  • Online-Shops etc.

  

Die Umzugskosten von der Steuer absetzen

Wer umzieht, kann den Umzug unter Umständen von der Steuer absetzen. Die Kosten können als sogenannte „Werbungskosten“ bei der Arbeitnehmerveranlagung steuerlich geltend gemacht werden. Das gilt allerdings nur, wenn der Umzug beruflich bedingt ist.

Teile der Umzugskosten können von der Steuer abgesetzt werden, wenn du

  • erstmalig ein Dienstverhältnis antrittst,
  • den Arbeitgeber wechselst,
  • durch den aktuellen Arbeitgeber an einen anderen Ort versetzt wirst oder
  • einen unzumutbar langen Arbeitsweg hast.

 

Dabei spielt es keine Rolle, ob du dich selbst dafür entscheidest, den Arbeitsort zu wechseln oder dein Arbeitgeber den Wechsel von dir verlangt.

Verkürzt sich dein Arbeitsweg nach einem Umzug, also die tägliche Fahrtzeit (Hin- und Rückweg) um mindestens eine Stunde, kannst du den Umzug ebenfalls steuerlich geltend machen.

Abgesetzt werden können Pack- und Transportkosten des Hausrats, Handwerkerkosten zur Demontage (z.B. der Möbel), Fahrtkosten zur Wohnungssuche und zum Umzug, Maklerkosten für Mietwohnungen sowie Mietkostenweiterzahlungen nach Auszug während der Kündigungsfrist.

Um so viele Kosten wie möglich steuerlich geltend machen zu können, bewahre unbedingt alle Belege und Rechnungen auf. Lege sie unmittelbar nach oder schon während des Umzugs gemeinsam ab, damit du sie beim Lohsteuerausgleich schnell parat hast.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen, die du berücksichtigen solltest: Solltest du den alten Wohnsitz behalten, kannst du die Umzugskosten nicht steuerlich geltend machen. Bei Berufsanfängern, die noch bei den Eltern leben, muss der Dienstort so weit entfernt liegen, dass sich der Arbeitsweg durch einen Umzug begründet. Ein Umzug ins Ausland kann nicht abgesetzt werden, ebenso wenig die Kosten, die vertragsmäßig zur Renovierung der alten Wohnung festgelegt worden sind.