Umzug: Die 10 wichtigsten Fragen [1]

Umzug: Die 10 wichtigsten Fragen [1]

Es klingt so einfach: Sachen zusammenpacken, von A nach B transportieren und dann wieder alles auspacken. Doch so einfach und schnell geht es leider nicht. Denn ein Umzug hat es in sich: Es gibt vieles zu bedenken und zu organisieren. Auch rechtlich gesehen ist nicht immer alles eindeutig. Hier findest du die zehn wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

 

Frage #1

Wie finde ich die passende Wohnung?

 

Der Wohnungsmarkt in Vorarlberg ist stark umkämpft. Daher ist es unter Umständen nicht gerade leicht, eine passende Wohnung im Ländle zu finden. Ein guter Tipp ist, sich erst einmal in seinem eigenen Umfeld nach einer passenden Wohnung umzuhören: in der Familie, auf der Arbeit oder unter Freunden. Auch kann es sich lohnen, einen Makler oder Bauträger zu kontaktieren.

Klassischerweise findet man Immobilien-Anzeigen in der Regionalzeitung oder online: Auf Immobilienbörsen wie ländleimmo.at oder auch in sozialen Netzwerken. Die beste Strategie lautet hier: Nutze alle Kanäle zur Wohnungssuche, die dir zur Verfügung stehen.

Wichtig ist, so früh wie möglich mit der Suche zu beginnen, sich viele verschiedene Objekte anzusehen und sich für mehrere infrage kommende Wohnungen zu bewerben. So steigt die Chance, dass es am Ende eine Zusage für die Traumwohnung gibt.

 

Frage #2

Kaufen oder mieten?

 

Für den Immobilienkauf sprechen vor allem zwei große Vorteile: Während die Mietpreise ansteigen können, ist die Kreditrate für die nächsten Jahre erst einmal festgeschrieben. Außerdem ist mit einer Immobilie gut fürs Alter vorgesorgt. Wenn der Kredit bis dahin abbezahlt ist, kannst du später mietfrei in den eigenen vier Wänden wohnen. Für den Wohnungskauf sprechen auch die aktuell sehr niedrigen Zinsen.

Die Immobilien-Kaufpreise sind in Vorarlberg dagegen enorm gestiegen. Falls dich die Raten trotz geringer Tilgung jetzt schon an dein finanzielles Limit bringen und die Finanzierung über Jahrzehnte laufen würde, lass besser die Finger davon. Denn wie sich die Zinsen in Zukunft entwickeln, kann schlecht vorausgesagt werden.

Sei dir bewusst, dass du einen Großteil des Kredites tilgen solltest, solange die Zinsen noch so niedrig sind wie aktuell. Plane dafür auch Sonderzahlungen ein. Dann kann ein Anstieg der Zinsen bei einer Anschlussfinanzierung kaum mehr zum existenziellen Risiko werden.

 

Frage #3

Was muss im Mietvertrag stehen?

 

Im Mietvertrag steht, wer Vermieter und wer Mieter ist. Damit der Mietvertrag gültig ist, muss er folgende Elemente enthalten: Die Adresse des Mietobjekts, alle dazugehörigen Räume (Keller oder Tiefgaragenplatz), die Miete und Betriebskosten, das Recht auf eine Indexanpassung, die Hausordnung, Vereinbarungen zum Zahlungstermin und zur Zahlungsart sowie die Höhe der Kaution.

Darüber hinaus können Sondervereinbarungen getroffen werden, zum Beispiel Ergänzungen zur Tierhaltung oder zur Übernahme bestimmter Möbel (zum Beispiel eine Einbauküche). Der Mietvertrag kann außerdem befristet werden. Ganz generell regelt der Mietvertrag die Rechte und Pflichten des Vermieters und des Mieters. Zu den Pflichten des Mieters zählen zum Beispiel kleinere Reparaturen. Denn der Mieter hat zu garantieren, dass er die Wohnung ordnungsgemäß bewohnt.

Größere Reparaturen oder die Wartung der Heizung zählen zu den Aufgaben des Vermieters. Der Mieter hat laut Mietvertrag die Wohnung bei Auszug so zu hinterlassen, wie er sie bezogen hat. Dazu kann auch das Streichen der Wohnung zählen. Generell sollten die Fristen zur Kündigung der Wohnung und der Ablauf des Auszugs im Mietvertrag geregelt werden.

 

Frage #4

Wann muss ich den alten Mietvertrag kündigen?

 

Mieter können in der Regel ohne Nennung von Gründen kündigen, müssen aber die Kündigungsfrist einhalten. Auch ein befristeter Mietvertrag kann bereits nach einem Jahr vom Mieter gekündigt werden. Welche Kündigungsfrist eingehalten werden muss, ist normalerweise im Mietvertrag geregelt. Ist sie nicht im Vertrag fixiert worden, gilt in Österreich der Paragraf 560 der Zivilprozessordnung (ZPO).

Wenn die Miete monatlich oder in kürzeren Abständen gezahlt werden muss, gilt eine Kündigungsfrist von einem Monat. Fallen der 1. und 2. auf ein Wochenende, muss die Kündigung dem Vermieter bis zum 3., dem ersten Werktag des Monats, vorliegen. Ist der Mietzins in größeren Abständen zu zahlen, gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten.

Dazu muss die Kündigung auch bei Gericht einlangen. Eine vorzeitige Kündigung des Mieters ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Nämlich dann, wenn die Wohnung nicht mehr bewohnbar ist – beispielsweise bei einem so schweren Schimmelbefall, dass der Verbleib in der Wohnung gesundheitsgefährdend wäre.

 

Frage #5

Soll ich den Umzug selbst machen oder den Profi beauftragen?

 

Wenn genügend Zeit und Manpower vorhanden ist, kannst du den Umzug gut selbst organisieren. Ist die Zeit knapp und entsprechend Geld vorhanden, bietet es sich an, ein Umzugsunternehmen zu beauftragen. Inwieweit man sich beim Umzug vom Profi unterstützen lässt, kann individuell überlegt werden. Ein Unternehmen kann beispielsweise auch nur den Transport unternehmen.

Der Ab- und Aufbau der Möbel sowie das Ein- und Auspacken der Umzugskisten liegen dann in deiner Verantwortung. Wer nicht genügend Unterstützer in seinem eigenen Umfeld für den Umzug gewinnen kann, der kann auch auf (studentische) Aushilfskräfte zurückgreifen. Falls beim Umzug allerdings etwas beschädigt werden sollte, kann es hier Streitigkeiten bei der Haftung geben.