Der Waldsetzkasten

Der Waldsetzkasten

Wolfurt – Vertraut. Ihr Haus ist im Wald und der Wald ist ihr Haus. Ein wundervolles Beispiel für die Begeisterung und ursprüngliche Freude, mit der kleine Laubhütten und ausgewachsene Architektur entstehen. Demonstriert anhand einer Schutzhütte für eine Waldspielgruppe in Wolfurt, die ein Waldstück samt Haus erobert und in einen vertrauten Raum verwandelt hat.

Die etwa 15 Kinder der privat organisierten Spielgruppe „Waldeulen“ treffen sich jeden Dienstag für dreieinhalb Stunden im Wald. Die Eltern übergeben die Dreibis Sechsjährigen gut ausgerüstet am Treffpunkt oberhalb von Wolfurt und von dort wandern sie gemeinsam mit zwei Pädagoginnen zu ihrem vertrauten Waldstück. Wie eine kleine Expedition muten sie für den zufällig vorbeikommenden Wanderer an, mit ihren bunten Matschhosen, festen Schuhen und den regengeschützten Rücksäcken, die sie alle tragen. Die älteren von ihnen, schon „walderfahrenen“, verteilen sich gleich in kleinen Gruppen im steil geneigten Laubwald, der für sie vertraut geworden ist.

Der Wanderer staunt über die Energie und Unerschrockenheit, mit der sie dieses Stück Natur in Besitz nehmen. Sie rennen, rutschen, klettern, aber sie sitzen auch still um eine Schnecke, eine Blüte oder um ihre „Schätze“, die sie im Wald gesammelt haben. Es gibt kein übliches Spielzeug im Wald und so verwandeln sich Äste, Steine, Blätter in Flugzeuge, Häuschen, Werkzeug und wenn es sein muss auch in ein Schießgewehr. Die Pädagoginnen machen die kleinen Kinder mit den Regeln und Besonderheiten des Waldes vertraut und leiten an. Auf die älteren Kinder haben sie ein wachsames Auge. Die Waldkinder wirken selbstbewusst, bilden selbst Gruppen und wählen frei den Abstand zueinander. Viele Platz-, Lärm- und Stressprobleme konventioneller Kindereinrichtungen sind hier von vornherein gelöst. Nicht, dass es keine Regeln gäbe, aber diese sind sehr einfach: „Nichts fliegt, was keine Flügel hat“ (z. B. keine Steine) oder „Nichts wird aus dem Wald mitgenommen“. So entsteht Respekt vor der Natur und ein sicherer Umgang miteinander und mit der Wildnis.

stehengebliebene Wanderer hat spätestens jetzt jede Angst um die Kinder verloren. In der Tat weisen erziehungswissenschaftliche Studien etliche Vorzüge dieser Pädagogik nach, die im Skandinavien der 1950er-Jahre entstanden ist und vor allem seit etwa 20 Jahren einen kontinuierlichen Zuspruch und auch institutionelle Anerkennung erfährt. In einer Untersuchung der Uni Hildesheim stellte Wiebke Warmburg fest: „Kinder im Waldkindergarten sind gesundheitlich stabiler, haben weniger Unfälle und fallen sicherer. Da die meisten Waldkindergärten konzeptionell kein konventionelles Spielzeug mit ‚vorgeschriebener‘ Bedeutung nutzen und die Kinder mit Naturgegenständen spielen, wirkt sich die Waldpädagogik auch auf die Sprachentwicklung unterstützend aus, weil sich die Kinder über Bedeutung von Gegenständen und das Spielgeschehen häufiger verbal austauschen.“

Die Natur zeigt aber auch Grenzen. Regen und Kälte halten diese Kinder nicht vom Spielen ab, aber wenn es zu stark regnet – so erklären sie selbst – hagelt oder im Winter sehr kalt wird, dann brauchen sie einen festen Unterstand.

Architekt Bernd Riegger hat selbst zwei Kinder, die die Spielgruppe besuchten und so kam es zu einem Entwurf, als die Gruppe wuchs und einen Unterstand brauchte. Von den Eltern selbst finanziert wurde die Schutzhütte auf vier Schachtringen im Waldboden demontierbar errichtet. Die ganze Konstruktion ist aus rohen, bandgesägten Fichtenbrettern mit 20 cm Breite zusammengesetzt. Für die Grundkonstruktion sind sie zu flachen Holzrahmen verbunden, aufgereiht im Abstand von 37 cm. Offen um den gedeckten Vorbereich schließen sie sich mit einer gehobelten Bretterschalung zu einem geschützten Raum zum Aufwärmen, Jausnen und als gedeckter Unterschlupf.

Keine romantische „Urhütte“, sondern ein durchaus moderner Bau, mit einer lässigen, aber doch durchkomponierten Gestaltung. Für den Architekten selbst, der selbstständig und mit Partnern Wohnund Gewerbeprojekte in der Schweiz und in Vorarlberg realisiert, war es ein selbstloser, aber durchaus freudvoller Beitrag, der zur „Erweiterung der Waldlandschaft und als Spielfläche“ dient. Ein ebenso ästhetisches, wie selbstverständliches Bauwerk. Kein Kitsch, kein bedeutungsschweres Kultobjekt, sondern mit einer vergleichbaren Freude und Lockerheit gemacht, wie sie den Kindern eigen ist. Ein raffiniertes Werkstück aus natürlichen Materialien.

Daten & Fakten

Objekt: Schutzhaus Waldspielgruppe
Bauherr: Die Waldeulen, Verein zur Förderung der Wald- und Erlebnispädagogik, Wolfurt
Planung: Architekt Bernd Riegger, DornbirnStatik: Mader/Flatz, Bregenz
Nutzfläche: 12 m2 (innen), 6 m2 (überdeckter Vorbereich)
Planungsbeginn: 2011
Fertigstellung: 2012
Konstruktion: Fundament: Schachtringe aus Beton mit 50 cm Durchmesser; Boden: Fichtenholzbretter auf Massivholzriegeln; Wände: Brettrahmen verschraubt mit ungehobelten, bandgesägten Fichtenholzbrettern, Achsabstand 37 cm; Dach: Bretterschalung mit Bitumenschindeln
Ausführung: Fundamentarbeiten: Bauhof Marktgemeinde Wolfurt; Transporte: Rohner, Wolfurt; Montage: Integra Wolfurt (gemeinnützige Arbeitsinitiative Regio Bodensee); Organisation Montage und Fertigung: Möbelwerkstatt Manfred Gasser, Wolfurt; Dachdecker und Spengler: Schwendinger und Fink, Wolfurt

VN/ Leben & Wohnen

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vai Vorarlberger Architektur Institut
Das vai ist die Plattform für Architektur, Raum und Gestaltung in Vorarlberg, Neben Ausstellungen und Veranstaltungen bietet das vai monatlich öffentliche Führungen zu privaten, kommunalen und gewerblichen Bauten.
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Der „Makler des Monats April“ von laendleimmo.at ist ermittelt

Der „Makler des Monats April“ von laendleimmo.at ist ermittelt

Laendleimmo.at hat Usermeinungen gesammelt und Vorarlbergs  „Makler des Monats“ gekürt. Über den Titel im April darf sich die RE/MAX-Immowest R.Götze GmbH freuen.Wolfgang Seeberger von laendleimmo.at durfte dem am besten bewerteten Immobilien Makler-Team eine Urkunde überreichen und zusätzlich zum gewonnenen Top-Makler Inserat gratulieren. Die Freude bei Reinhard Götze und seinem Team war groß. Zu Recht, denn durch Engagement und Fachkompetenz konnte das Team bei den Immobilien-Interessenten punkten und die Bewertung für sich entscheiden – eine stolze Leistung!

 

Mitmachen und bewerten

Makler bewerten können alle Nutzer, die einen Makler aufgrund einer Anzeige auf laendleimmo.at kontaktieren. Die Teilnahme an der kurzen Umfrage ermöglicht den Interessenten ihre Erfahrungen an laendleimmo.at weiterzuleiten. Die Daten bleiben anonym und dienen lediglich als Feedback für den Makler und zur Auswertung für den „Makler des Monats“ und sollen helfen, besser auf die Bedürfnisse von Kunden einzugehen. Das laendleimmo.at Team freut sich auf viele weitere Bewertungen.

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VOL.AT-Sonntagsumfrage: 83 Prozent mit Wohnsituation unzufrieden

VOL.AT-Sonntagsumfrage: 83 Prozent mit Wohnsituation unzufrieden

Das Ergebnis der VOL.AT-Sonntagsumfrage – präsentiert in Kooperation mit dem Wann & Wo – spricht eine klare Sprache: Die große Mehrheit ist unzufrieden mit der Wohnsituation im Ländle.
Diese Umfrage birgt politischen Sprengstoff: Gleich 83 Prozent der Befragten sind der Meinung, das Wohnen in Vorarlberg sei zu teuer. Insgesamt 2260 Männer und Frauen in ganz Vorarlberg haben sich daran beteiligt, gut die Hälfte davon in der Altersgruppe zwischen 30 und 49 Jahren.

Wer weniger bezahlt, ist glücklicher

Am größten ist die Unzufriedenheit im Bezirk Dornbirn: Gleich 85 Prozent zeigen sich dort unglücklich über die Wohnkosten. Allerdings sind hier kaum Unterschiede zwischen den Bezirken zu verzeichnen: Am Positivsten stellt sich die Situation in Bregenz dar. Und selbst dort sind noch 81 Prozent unzufrieden. Diese Werte zeigen vor allem eines: Die Wohnsituation wird im gesamten Ländle als schlecht beurteilt.

Niedrige Miete steigert das Wohlbefinden

Von wegen Land der „Häuslebauer“: 58 Prozent der Befragten geben an, in einer Wohnung zu leben. Davon sind unglaubliche 89 Prozent unzufrieden. Eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden scheint die Miete zu spielen. Wer mehr für Miete bezahlt, schätzt die eigene Situation tendenziell weniger günstig ein. Mietpreise zwischen 801 und 1200 Euro gehen einher mit einer Unzufriedenheit von beinahe 90 Prozent. Unter 400 Euro Miete liegt der Wert hingegen bei lediglich 70 Prozent. Betroffen sind gleich 56 Prozent der Befragten: So viele bezahlen nämlich Miete für ihre Wohnung bzw. ihr Haus. 40 Prozent davon berappen zwischen 401 und 800 Euro monatlich, gut ein Viertel zwischen 801 und 1200 Euro.

Singles wohnen schlechter

Auch interessant: Singles wohnen schlechter – zumindest ihrem Empfinden nach. Hier liegt die Unzufriedenheit nämlich bei 87 Prozent. Haushalte, die mit Partnern oder Familienmitglieder geteilt werden, erreichen immerhin noch 79 bzw. 84 Prozent. Wohl auch ein Grund, warum sich beinahe 80 Prozent gegen ein Leben allein entscheiden. (MST)

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Sonntags-Umfrage von VOL.AT und WANN & WO: Wie wohnt Vorarlberg?

Sonntags-Umfrage von VOL.AT und WANN & WO: Wie wohnt Vorarlberg?

Bregenz – Die Vorarlberger kämpfen mit hohen Mietpreisen, sich gar eine Wohnung oder Haus zu kaufen ist viele kaum mehr leistbar. Das Land Vorarlberg hat 2012 insgesamt 25,6 Millionen Euro an Wohnungsbeihilfe ausgeschüttet. Im Rahmen der Sonntags-Umfrage von VOL.AT und WANN & WO wollen wir von Ihnen wissen: Wie wohnt Vorarlberg?

Laut Johannes Rauch von den Grünen haben sich die Mietpreise zwischen 2000 und 2011 in Vorarlberg um 38,5 Prozent erhöht. Wie Rauch auf der Homepage der Grünen schreibt, haben alleine die Privatvermieter zwischen 2005 und 2011 die Mietpreise um 27,5 Prozent angehoben. Das ist für Menschen und Familien mit einem durchschnittlichen Einkommen ein finanzieller Kraftakt, denn die Löhne haben sich nicht im selben Verhältnis nach oben entwickelt. Das Durchschnittseinkommen liegt in Vorarlberg bei 2354 Euro.

 

In der Vorarlberger Landtagssitzung am 10. April 2013 war sogar die Rede davon, dass in Vorarlberg 7000 Wohnungen freistehen. Die hohe Zahl an freistehenden Wohnungen hat aber offensichtlich keinen Effekt auf die Miet- oder Kaufpreise. Diese bleiben stabil oder werden gar erhöht. SPÖ-Chef Michael Ritsch fordert daher vehement eine weitere Forcierung des gemeinnützigen Wohnbaus ein. Während in Wien etwa jeder Zweite in einer gemeinnützigen Wohnung lebe, liege der Anteil solcher Wohnungen in Vorarlberg bei lediglich neun Prozent. Mehr als 10.000 Vorarlberger Haushalte mussten im Jahr 2012 Wohnbeihilfe in Anspruch nehmen. Sie wurden vom Land Vorarlberg mit 25,6 Millionen Euro unterstützt.

Während die Opposition eine Zweckbindung der Wohnbauförderungsmittel fordert, hat sich LH Markus Wallner dagegen ausgesprochen. Und wa­rum? „Weil es für die Bundesseite wesentlich einfacher ist, eine Förderung, selbst mit Zweckbindung, zu kürzen, als in die Ertragsanteile einzugreifen.“ Denn die Ertragsanteile, im Finanzausgleich fixiert, seien die volle Periode abgesichert – während der Wohnbauförderung immer das Schicksal drohe, zum Spielball politischer Interessen zu werden. Das berichteten die VN. Für den Wohnbausprecher der FPÖ im Vorarlberger Landtag, LAbg Rudi Jussel, steht fest, dass es das primäre Ziel des Einsatzes von Wohnbauförderungsmitteln sein müsse, Wohnen leistbar zu halten.

Sonntags-Frage auf VOL.AT

Leistbares Wohnen ist ein Politikum. Von Politiker-Seite wird viel diskutiert, gefordert und gestritten – doch wie geht es den Vorarlbergern wirklich? In unserer Sonntags-Umfrage wollen wir von Ihnen wissen: “Wie wohnt Vorarlberg und ist Eigentum überhaupt noch leistbar?” Machen Sie mit, vielen Dank. Die Umfrage-Ergebnisse werden am Mittwoch in WANN & WO bzw. auf VOL.AT präsentiert.

Hier geht’s zur Umfrage.

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Lichtraum

Lichtraum

Dornbirn – Da kam vom Himmel ein Brausen und erfüllte das ganze Haus und es erschienen Zungen wie von Feuer, die sich auf alle niederließen und sie mit Geist erfüllten.

So etwa kennen wir die Geschichte der kommenden Feiertage – und wer die Kirche Sankt Sebastian betritt, kann sich das Brausen aus Feuer und Geist ausmalen in diesem Raum ohne Kanten, doch mit Schwüngen, mit Licht und Weiß. „Wie weiße Wolle, leuchtend weiß wie Schnee, wie Feuerflammen, wie Golderz, das im Schmelzofen glüht“, so begegnet Johannes seinem Gott, „und seine Stimme wie das Rauschen von Wassermassen.“

Seit Palmsonntag dieses Jahres erstrahlt das Gotteshaus nach anderthalbjähriger Renovierung in hellstem Licht. Das ist keine Übertreibung, wird damit doch nicht nur das neue Leuchten des vormals grauen und staubigen Raumes beschrieben, sondern viele Stufen der Erneuerung, die dieser Raum erlebt hat. 1826 in einer Zeit eifrigen Kirchenbaus errichtet, zeigt der Bau eine Umbruchzeit, in der barocke Vorbilder verbraucht waren und mit klassizistischer Sachlichkeit im Wettstreit lagen – nicht nur seine großen Thermenfenster haben in Negrellis Sulzberger Kirche einige Jahre später Nachfolger gefunden. Dennoch: der Innenraum war opulent ausgemalt und ausgestattet – vom Weiß edler Klassik weit entfernt. Diesem Raumeindruck kam man schrittweise näher, mit Renovierungen in den 20er- und 70er-Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts.

Die Bereinigung bedeutete nicht nur Entfernung. Die verbliebenen Ausstattungselemente gewannen, indem sie stärker herausgehoben wurden – etwa die neubarocken Apostelmedaillons oder die Reliefs der Kreuzwegstationen. Und: die Kirche erhielt neue Bilder, insbesondere die fünf großen Deckenbilder des jungen Hans Purin aus den Jahren 1928–30, die mit Anklängen an Jugendstil und neue Sachlichkeit für ihre Zeit stehen. Sie stellen den Namensgeber, den heiligen Sebastian und weitere frühchristliche Märtyrerinnen und Märtyrer dar und geben „Zeichen der mutigen Bekenntnistreue im Gegensatz zum Jammerbild der Menschenfurcht heutiger Tage“ – war das gar eine politische Botschaft? Im Bezug zum frühen Christentum knüpft die letzte Renovierung dort an.

Weitere Bereinigung sowie die Neuordnung des Altarbereichs in Folge des Zweiten Vatikanums Ende der 1970er-Jahre nähert den Raum ein weiteres mal seiner heutigen Gestalt an: weiße Hülle, helles Grau am Boden, entschiedene Akzente durch Bilder, Altäre und – Neugestaltung der liturgischen Orte. Jetzt enthüllt er seine klassische Reinheit – „ein klarer Raum, nur durch vier halbbogenförmige Fenster belichtet,“ so die Architekten Ernst Beneder und Anja Fischer, „in seiner Weite erinnert er an einen Zentralraum.“ Die Neugestaltung unterstützt dies, indem sie sie eigene Akzente setzt.

Zum einen: Die Ordnung des Altarbereichs mit klaren Proportionen und Material – wie hier anzutreffen. Eine angehobene Plattform aus Krastaler Marmor. Der Altartisch rückt ins Zentrum, wird Mittelpunkt des Gottesdienstes und definiert den Chorraum dahinter. Ein Raum für Werktagsgottesdienste, Andachten, Taufe ist so gewonnen – „eigenständig und doch Teil des Ganzen“, so die Architekten. Zum andern: Die liturgischen Orte, Altar, Ambo, Priestersitz, Taufbecken erhalten eine neue Gestalt, die sich entschieden vom Bestand absetzt und dennoch an die Licht und Wassermetapher anknüpft: rationale Volumen, gefügt aus gebrochenem Glas, mit Lichtquellen im Innern. Sieben Objekte insgesamt, die wiederum ein Geviert aus klaren Proportionen bilden.

Glas – Sinnbild des Lichts, der Transparenz, des göttlichen Anfangs. Als massives Material seegrün wie Wasser – Sinnbild der Quelle, auch der Reinigung. Gebrochen – Erinnerung daran, dass auf dieser Welt Heil und Leid aufeinander bezogen sind. Interpretation religiöser Gewissheiten in der abstrakten Material- Sprache unserer Zeit. Material, das wieder auftaucht im Raum der Gemeinde: Als Abdeckung der großen schrägen Brüstungen der Fenster – Lichtverstärker für das diffus einfallende Tageslicht, strukturiert wie eine von einer Böhe aufgewirbelte Wasserfläche. Und wer genau hinsieht, entdeckt in dieser Fläche den Fisch, Geheimzeichen der verfolgten frühchristlichen Gemeinde.

Erstaunlich, wie dieses „vergeistigte“ Material zusammenspielt mit dem dunklen Marmorimitat der drei Altäre. Eigenständig und doch in Beziehung, Kontrast – so wie die Altäre selbst im weißen Raum stehen – und Ausgewogenheit, Vereinigung von Verschiedenartigem, Gegensätzlichem zu einem geordneten Ganzen. „Harmonie, das könnte man schon sagen. Wir haben sehr viele positive Reaktionen bekommen. Die Kirche ist wärmer geworden“, so Pfarrer Ludescher, was ihn angesichts der Reinheit fast verwundert – und den Engeln auf den Altären ein wenig nachtrauern lässt. Spiritualität in Zeiten der Vernunft hat ihre Form: „Diese Kirche lebt vom Licht.“

Daten & Fakten

Objekt: Pfarrkirche St. Sebastian Kirchgasse, Oberdorfer Straße, 6850 Dornbirn
Bauherr: Pfarrkirche St. Sebstian, Liegenschaftsverwaltung KG, vertreten durch Pfarrer Mag. Werner Ludescher
Architektur: Arbeitsgemeinschaft DI Ernst Beneder, DI Dr. Anja Fischer; www.benederfischer.at
Wettbewerb: 2011
Planung: 2012
Bau: 2012–2013
Nutzfläche: 689,70 m2
Weitere Planer und Fachberater: DI Dr. Lothar Künz, Bauphysik, Hard, Ing. Peter Hämmerle, Elektroplanung, Lustenau Ing. Lothar Schlappack, Koller & Partner, Bregenz
Ausführende Firmen: Rümmele BaugmbH, Brunner Manfred Stukkateur & Verputz GmbH, Wilhelm + Mayer Bau GmbH, Netzer Wilfried, Vigl & Strolz GmbH, Höfle Naturstein- und Kunststeinwerk GmbH, Schelling Elektro GesmbH & Co KG, Engel Installationen GmbH, Claudio Bizzarri Konservierung und Restaurierung, Simeoni metallbau GmbH, Glasmalerei Stift Schlierbach GmbH&Co KG, Tischlerei Bickel, Erika Thümmel, Dipl. Restauratorin, Atelier Mayer, Nicolé Mayer, Burkhard Fessler GmbH

Leben & Wohnen – Immobilienbeilage der VN

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vai Vorarlberger Architektur Institut
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Mit freundlicher Unterstützung durch Arch+Ing

Architektur vorORT 100
Das 100. Jubiläum der monatlichen Architekturführungsreihe des vai wird würdig begangen. Die in diesem Beitrag vorgestellte Pfarrkirche in Oberdorf wird Ort der Begehung sein. Die Architekten erläutern detailreich die Hintergründe des soeben fertig gestellten Werkes.
Freitag, 24. 5., 17 Uhr.
Info und Folder: ww.v-a-i.at

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Internationale Architekten gestalten Bregenzerwälder Bushaltestellen

Internationale Architekten gestalten Bregenzerwälder Bushaltestellen

Krumbach – Sieben internationale Architekturbüros werden im Bregenzerwälder Ort Krumbach im Rahmen des Projekts “BUS:STOP Krumbach” sieben Bus-Haltestellen gestalten. Die Einladung des organisierenden Vereins “kultur krumbach” nahmen renommierte Architekten aus Spanien, Belgien, Norwegen, Russland, Chile, China und Japan an, darunter etwa Pritzker-Preisträger Wang Shu. Ende Mai sollen erste Entwürfe für die Wartehäuschen vorliegen, informierte der Verein am Montag in einer Aussendung.

Internationale Entwürfe

Erste Termine mit den Teilnehmern in der etwa 1.000 Einwohner zählenden Gemeinde hätten bereits stattgefunden, hieß es. Im Rahmen des Projekts architektonische Akzente setzen werden das “Ensamble Studio” von Anton Garcia-Abril und Debora Mesa aus Spanien, das belgische Büro “Architecten de Vylder Vinck Taillieu”, die skandinavischen Mies van der Rohe Award-Nominierten “RintalaEggertsson Architects”, das russische Büro Alexander Brodsky, das “Amateur Architecture Studio” von Wang Shu aus China sowie Sou Fujimoto aus Japan und Smiljan Radic aus Chile.

“Das Große im Kleinen”

Betreut werden die Gastbüros von bekannten Architekturbüros aus Vorarlberg, darunter etwa Baumschlager Hutter Partners, Dietrich | Untertrifaller, Hermann Kaufmann oder von dem für den Aga Khan Award nominierten Büro Bernardo Bader. “In der kleinen Form liegt die größte Herausforderung für die Architektur. Nur die Besten schaffen das Große im Kleinen”, so Dietmar Steiner vom Architekturzentrum Wien, der das Projekt im Auftrag des Kulturvereins “kultur krumbach” gemeinsam mit Marina Hämmerle, Leiterin des Vorarlberger Architekturinstituts (VAI), kuratiert.

Impulse für Krumbach

Das Projekt, bei dem sich die Architekten in einer für sie fremden Region auf eine Kooperation mit dem traditionellen Handwerk einlassen, sei eingebunden in den Leitplan zur Gemeindeentwicklung und stehe in Zusammenhang mit der Teilnahme Krumbachs an dem Mobilitätsprogramm e5, hieß es. Für “kultur krumbach” ist es Ziel des Projekts, “auch mit kleinsten Nutzbauten einen anderen Mehrwert zu schaffen: Baukultur”. Begleitend zu dem Projekt entstehen eine Film- und Fotodokumentation, eine Ausstellung sowie eine Publikation. Die Gemeinde erhofft sich davon Impulse für Tourismus, Wirtschaft und das Handwerk.

(APA)

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Mieten seit 2009 eklatant gestiegen

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Wohnen wird immer teurer. In Österreich erhöhten sich die Mieten seit Anfang 2009 um rund 20 Prozent - in Deutschland lag der Anstieg bei nur 5 Prozent, so Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer.
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